Voyage, voyage - unterwegs in Frankreich

Sélestat – im Herzen des Elsass

Das Elsass ist zu jeder Jahreszeit ein Touristenmagnet. Glücklicherweise gibt es dort dennoch Orte, an denen die Uhren etwas langsamer gehen. Einer davon ist das sympathische, knapp 20.000 Einwohner zählende Sélestat im Herzen des Elsass.

Das beschauliche Städtchen kann bequem zu Fuß besichtigt werden und praktischerweise ist der Stadtrundgang zu den Sehenswürdigkeiten mit „Löwenpfoten“ auf dem Boden markiert. Folgt man den Markierungen auf dem etwa zwei Stunden dauernden Weg, erfährt man an 24 Stationen viel über die Stadtgeschichte und deren Sehenswürdigkeiten. Wer noch keinen Stadtplan zur Hand hat, findet sich auch so gut zurecht.

Der Löwe findet sich übrigens im Stadtwappen von Sélestat und laut einer Legende wurde die Stadt von einem Riesen namens Sletto gegründet. Deshalb trägt der Rundgang den Namen „Dans les pas du lion et du géant Sletto” (In den Fußstapfen des Löwen und des Riesen Sletto).

Humanistische Bibliothek
Der Hirsch von Camille Belot

Unser Spaziergang startete an der Bibliothèque Humaniste an der Place Maurice Kubler.
Interessierte finden dort eine große Sammlung mittelalterlicher Handschriften, Bücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie wechselnde Sonderausstellungen. Die Bibliothek zählt seit 2010 zum Unesco Weltkulturerbe.

Gleich in der Nähe befindet sich das hübsche Maison du Pain, das einst von der städtischen Bäckerinnung erbaut wurde. Das dort untergebrachte Museum feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Besucher erfahren dort viel Wissenswertes über die regionale Herstellung von Broten und Gebäck und deren Geschichte. Uns zog der Duft aus dem Gebäckverkauf im dazugehörigen Laden magisch an. Das leckere Angebot dort reicht von elsässer Brezeln, vielen Brotsorten bis zu süßen Spezialitäten wie dem legendären Gugelhupf und den elsässer Bredeles.

Eine Stärkung mit frischen Brezeln ist eine gute Voraussetzung für die Fortsetzung des Kulturprogramms:  Der romanischen Kirche Sainte-Foy aus dem 11. Jahrhundert an der Place du Marché Vert und der gotischen Kirche Saint Georges am gleichnamigen Platz mit ihren schönen Wandmalereien und Bleiglasfenstern. Letztere wurde von Straßburger Dombaumeistern erbaut und ihr Turm ist mit seinen 60 Metern einer der Höchsten im Elsass.

Auch in Sélestat gibt es ein Gerberviertel wie in Colmar oder Straßburg – nur eben ein bißchen kleiner. Entlang des Quai des Tanneurs reihen sich schöne Fachwerkhäuser, doch im Gegensatz zu den beiden anderen Städten wurde der Wasserkanal, an dem die Gerber die Lederhäute wuschen, hier im 20. Jahrhundert aus Hygienegründen zugeschüttet.

Fachwerkhaus
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Hexenturm
Uhrenturm

Für eine Ruhepause gibt es entlang der Tour immer wieder stille, schattige Innenhöfe, Grünanlagen oder kleine Cafés und Restaurants.
Sehenswert sind auch der Hexen- und der Uhrenturm, die früher Teil der Stadtbefestigung waren.

Ein Ausflug nach Sélestat ist gut geeignet für Elsass-Besucher, die die Region außerhalb des Massentourismus kennenlernen möchten. Die Stadt liegt40 km südwestlich von Straßburg und 40km nordwestlich von Freiburg.

 


Bon voyage et à bientôt !

Fotos: Barbara Gruber-Stahl
©Copyright: Barbara Gruber-Stahl 2026, alle Rechte vorbehalten für Bilder und Inhalte


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