Voyage, voyage - unterwegs in Frankreich

Zeitreise in eine sagenhafte Welt: die Menhire von Carnac

Eine archäologische Sehenswürdigkeit der Superlative befindet sich in Carnac an der Südküste der Bretagne. Über eine Länge von vier Kilometern erstrecken sich dort die Steinreihen der Megalithfelder von Ménec, Kermario und Kerlescan. Bereits in den beiden ersten sollen sich mehr als 2.000 Menhire befinden! Dieses Highlight durfte bei unserem Bretagne-Aufenthalt natürlich nicht fehlen und so starteten wir gespannt an einem eher kühlen Vormittag nach Carnac.

Bevor es Verwirrung gibt: Der Begriff „Megalith“ stammt aus dem Griechischen und ist ein Überbegriff für einen großen, unbehauenen Stein, während man in der Bretagne gerne von einem „Menhir“ spricht. Das steht im Bretonischen für Men (Stein) und Hir (lang). Die Steinreihen werden im Französischen „Alignements“ genannt.

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Doch zurück zu den Fakten: Die Menhire von Carnac wurden zwischen dem 5. Und dem 3. Jahrtausend vor Christus in absteigender Größe in Reihen angeordnet. Rätselhaft ist dabei bis heute, wie die riesigen Steine über längere Strecken transportiert werden konnten. Zu welchem Zweck die Steinreihen dienten, ist ebenfalls bis heute nicht geklärt. Die Theorien reichen von religiösen Symbolen über Astronomie bis hin zu Legenden wie der einer versteinerten römischen Armee.

Was auch immer der Hintergrund war: es ist einfach überwältigend, die scheinbar endlosen Reihen der riesigen Steine zu sehen!

Obelix wäre begeistert!

Die Megalithfelder sind heute umzäunt (nur geführte Gruppen dürfen auf das Gelände), was wohl nicht nur dem Schutz der archäologischen Funde dient, sondern auch der Gesundheit der Besucher. (Es sind schon Teile von Menhiren abgebrochen oder gar der ganze Stein umgekippt – einer davon kann am Feld von Ménec von außen besichtigt werden).

Unser Tipp – falls Sie gerne einmal hautnah auf den Spuren von Obelix wandeln möchten: in Ménec ist ein einzelner Menhir außerhalb der Umzäunung ausgestellt, der ein lebhaftes Bild der Dimension der Kultobjekte vermittelt.

Der Tumulus Saint Michel

Das für die Bretagne typische Wetter bescherte uns nach einem kühlen Start einen wolkenlosen Himmel und hohe Temperaturen. Schatten gibt es entlang der Megalithfelder nur bedingt. Deshalb unser Rat: nehmen Sie im Sommer unbedingt ausreichend Getränke mit! Wer Proviant dabei hat, kann es sich an einem der Picknickplätze entlang des Geländes gemütlich machen. Für eine kleine Pause eignet sich auch ein Abstecher zum Tumulus Saint Michel etwas abseits der Steinreihen. Dort wurde eine Kapelle auf einem Grabhügel errichtet, der auf die Zeit um 4.500 vor Christus datiert wird. Wer bis ganz oben hinaufgeht, wird mit einer wunderbaren Aussicht auf die Stadt Carnac und den Golf von Morbihan belohnt. In der Crêperie nebenan werden Speisen und Getränke angeboten.

„Rasenmäher“ zwischen den Steinreihen

Unser Fazit: Wer nur einen kurzen Blick auf die Steinreihen werfen will, kann dies über einen kleinen Spaziergang von jedem der ausgewiesenen Parkplätze aus bewerkstelligen.

In die besondere Atmosphäre dieses mysteriösen Ortes und seine Dimensionen eintauchen kann man unserer Meinung nach allerdings nur bei einer Wanderung oder einer Radtour entlang mehrerer Megalithfelder. Planen Sie für die Besichtigung der Alignements deshalb genügend Zeit ein!

Infos zur Besichtigung gibt es hier/ Wissenswertes über Megalithe & Co. hier.

Bon voyage et à bientôt !


Fotos: Barbara Gruber-Stahl
©Copyright: Barbara Gruber-Stahl 2026, alle Rechte vorbehalten für Bilder und Inhalte


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